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Tagesübersicht

 

Guten Morgen.
Wie ich gelesen habe geht das Nürnberger
Nachtleben auch ohne mich ganz gut weiter.
Also Dutchi laß mal nichts anbrennen! :)
In Ansbach ist es auch nicht langweilig.
Die Katja hat ihre Ritterrunde und so manch
andere Feier. Hier in Sibenik war mit Sicherheit
auch gut was los. Nur diesmal ohne mich.
Schreibt mir doch per Email (rjk@rjk.de) oder
besser SMS (+49 171 8888 712) was ihr
am Sa Abend so alles angestellt habt.
Bin gespannt.
Den Hafen haben wir bereits verlassen und
sind auf dem Weg zum Wrack.
Der Einkauf heute früh hat sich nicht so
gelohnt aber Sibenik ist eine schöne Stadt.

Hatte ich schon erwähnt das wir Robocop an Bord haben?

Rainer beim operieren

Das ist Rainer. Gerade hat er seine Abdeckung vom Auge
entfernt und wollte eine andere Linse einsetzen. Erwischt. :)

Spass bei Seite.
Mann merkt ihm den Arzt an. Er operierte seinen Foto
über eine Stunde lang. Alles was man hörte war:
"Tupfer, Skalpell, oh NEIN"!
Operation gelungen Patient Tot.
Hätte er mal lieber jemanden gefragt der sich mit so was
auskennt! Gelbe Seiten.

Titanic
Wer kennt das Unglück nicht?
Spätestens seit dem Film hat sich jeder mit diesem Thema
auseinander gesetzt. Mit den nun folgenden Zeilen möchte
ich meinen ersten Kontakt mit einem Wrack beschreiben.

Holger, Gregor und ich machten uns in aller Ruhe
fertig zum tauchen. Diesmal waren wir nicht die
ersten im Wasser. Nach dem wir bis zur Boje
geschwommen waren tauchten wir ab.
Immer an dem Stahlseil entlang, tiefer und tiefer.
Ein Blick nach oben verriet mir dass die Sicht nicht
so gut war. Die Poseidon war bereits ab 15 Metern
nur noch ein Schatten. Bei Tiefenmeter 23 erschien
unter uns ein Schatten. Etwas Riesiges musste sich
dort befinden. Der dunkle Schatten verschwand
sowohl rechts als auch links im Nichts. Dreissig zeigt
mein Computer als sich mir ein beeindruckendes
Schauspiel bot. So langsam erschienen die ersten
Konturen in diesem Blaugrau. Erst konnte man die
Ladeluke sehen, später erschienen Querträger
und sogar noch die alte Ladung.
Die "Franciska de Rimini" hatte Munition geladen.
Wie eine tapfere alte Dame hielt sie, ganz stolz,
ihre Ladung noch bei sich. Trotzen wollte sie all
der Gewalt die ihr einst angetan wurde.
Steuerbord muss es eine grosse, nach außen
gerichtete Explosion gegeben haben. Stark nach außen
gebogen, regelrecht zerrissen, war ihre dicke Stahlhaut.
Bei 35 waren wir genau über der Mitte und schwebten
erst nach rechts zum Bug. Die Oberkante war auf
40 Metern. Auch hier war noch eine Öffnung,
diese war anscheinend leer. Hinein tauchen wollten
und durften wir nicht. Die Munition könnte sich
entzünden und würde uns alle dort unten begraben.
Selbst die Poseidon, schwamm sie doch nur 40 Meter
darüber, wäre in Gefahr. Erst in letzter Zeit sind hier
fünf Taucher nicht zurückgekehrt. Der Tobias verlangte
eine Unterschrift und die Erklärung von uns, dass wir
auf eigene Gefahr tauchen. Der Computer rechnete
sich einen Wolf und zeigte uns dass es besser sei
aufzutauchen. Langsam tauchten wir zum Heck.
Dieses lag auf ca. 30 Metern. Eine stark bewachsene
Flag zeigte ihre Präsenz. Was hatte sie wohl in den
letzten Minuten durchgemacht, was hatten wohl die
Menschen auf der Franciska durchgemacht?
Gab es Überlebende?
Gab es überhaupt Tote?
Wir näherten uns dem Stahlseil und mussten leider
schon wieder nach oben. Langsam zogen wir uns am
Seil nach oben bis nur noch dieser Schatten unter uns lag.
Ein grosser Schwarm Fische begleitete uns auf unserem
langen Weg nach oben. Wieder an Bord bestellte ich
mir einen Earl Grey, nach dem ich die nasse Tauchgarnitur
abgelegt hatte, setzte ich mich in den Salon und
versank in Gedanken. Warum, wie, wer usw.
Mittlerweile liegen wir wieder in Sali und ich werde
meinen Freund in seiner Eisdiele besuchen.
Vorher werde ich noch zu Abend essen und vielleicht
eine Geschichte schreiben. Mich reizt die
"gemeine Ampel", vielleicht auf weil mir mein
kleiner Roadster fehlt. :) Noch zwei Wochen werde
ich ohne ihn auskommen müssen.