Heute fiel das Aufstehen aber schwer. Zum Glück
fuhren wir zum nächsten Tauchplatz fast 2 Stunden.
Die Zeit nutzte ich um unsere Wegkarte anzufertigen.
Mit etwas Glück kann ich sie heute Abend rauf laden.
Gestern gab es noch ein halbes Drama!
Bevor ich die Seite vom 27. hoch geladen habe fragte
ich Ala und Gregor ob sie die Seite mal Korrektur
lesen könnten. Grosser Fehler.
Jetzt habt ihr zwar eine fehlerfreie Seite, die aber mit
über zwei Stunden Verzögerung.
Seht selbst.
Der erste Tauchgang in der Nähe von Dugi Otok begann
in einem Trichter, mit Ausgang zum offenen Meer.
An einer Steilwand entlang ging es dann wieder zurück.
Unter dem Schiff tauchten wir langsam aus.
Auf ca. 8 Meter Tiefe setzte ich mich in den Sand und
liess die ganze Luft aus meinem Jacket. Mein Blick galt
in diesem Moment den Tauchern und dem Schiff.
Die Poseidon warf einen grossen Schatten auf dieses
Plateau. An der rechten Seite allerdings präsentierte
die Sonne lange, tief fallende, Lichtkegel.
Nur paar Taucher vermochten diesen Schein zu
durchbrechen. Nach einer Weile probierte ich eine
Übung die mir Holger empfohlen hatte. Mein Jacket
pumpte ich mit meiner Atemluft auf. Luftautomat aus
dem Mund, Infaltor an den Mund, Knöpften drücken
und ausatmen. Ganz einfach, man darf nur nicht die
ganze Luft verbrauchen. Um den Automaten vom
Wasser zu befreien braucht man auch noch etwas
Luft. Drei mal kräftige Ausatmen und ich fing an zu steigen.
Nach einem ausgiebigem Sonnenbad tauchten wir
ein zweites mal ab. Diesmal ging es durch einen langen
Tunnel. Es war der reinste Herdentrieb.
Alle (fast) gleichzeitig ins Wasser und ebenso wieder
heraus. Mit Einzelheiten möchte ich euch nicht langweilen.
Am Abend erreichten wir den Hafen von Sali.
Von der Größe kann man es zwischen Rab und Premuda
einordnen. Eigentlich wollte ich den Abend ruhig ausklingen
lassen. Als ich mich, froh über den vorhandenen Strom,
hinsetzte und anfing zu schreiben kam Tobi an und erzählte
mir von einer Eisdiele. Der Besitzer hatte einen Computer,
den einzigen mit Internetanschluß hier in Sali. Er hatte ein
paar Probleme mit seinem Windows 98. Irgendwie blieb
die Kiste laufend stehen. Anscheinend hatte Tobi dem
Besitzer von mir erzählt und ich sollte es mir mal anschauen.
Nach mehrmaligem Auffordern liess ich meinen, schnief,
Earl Grey stehen und wir gingen in diese Eisdiele.
Ein braungebrannter Mann begrüßte uns mit gebrochenem
Deutsch. Nach einem Cappo und ein paar Minuten hatte
er mir sein Problem geschildert und ich machte mich an
die Arbeit. Es war nicht leicht aber, wie sollte es auch
anders sein, ich fand den Fehler. Begeistert von dem
Erfolg wollte er doch auch noch seine Internetseite
aktualisiert haben. Ein Italiener hatte sie ihm programmiert
und auf der Insel gab es niemanden der sich damit
auskannte. Als ich auch diese Schwierigkeit aus dem
Weg geräumt hatte war es bereits halb elf und wir
hatten noch keine Party gemacht. Nach dem wir mit
dem Besitzer ausgemacht hatten morgen um 8 Uhr
zum Frühstück vorbei zu kommen verliessen wir
seine Eisdiele und gingen in die Maritim Bar.
PARTY!
Die Maritim Bar war ganze 5 Meter von unserem
Schiff entfernt. :) Tobi kannte auch noch den Besitzer
und so waren wir erst weit nach 1 Uhr wieder am
Schiff. Tobi, Davor, Sasha und ich hatten kräftig
gefeiert. Man waren da Mädels gewesen!
Eigentlich wollten wir uns keinen Ärger einhandeln
und die Füsse stillhalten, aber nach dem Tobi meinte
es wären entweder Polinnen oder Mädels aus der
Tschechei wollte ich meinen Heimvorteil ausnutzen.
Geboren wurde ich in der Tschechei, in der Nähe
von Karls Bad. Zwar verließ ich das Land schon
mit vier Jahren aber durch meine Verwandten blieb
mir ein wenig dieser Sprache erhalten. Mit Sasha,
er ist Kroate und spricht ausser seiner Landessprache
nur Englisch, sprachen wir zwei Mädels an.
Auf Englisch versuchte ich es zu erst, keine Reaktion.
Deutsch blieb ebenfalls ohne Erfolg. Aber jetzt dachte
ich mir und sprach sie auf Tschechisch an. Nichts zu
machen. Ein letzter Versuch auf Portugiesisch ist zu
meinem Glück auch fehlgeschlagen. Keine fünf Minuten
hätte ich mich mit ihnen unterhalten können. Erneut
versuchte ich es auf Englisch und siehe da, eine Antwort
sollte ich erfahren. Oh je, sie stammten aus Sali.
Ohne auch nur einen Hoffnungsschimmer drehte ich
mich zu Sasha um und sagte: "It´s your part".
Als auch er, und das in Landessprache, aufgab
kehrten wir zu den anderen Zwei zurück und feierten
und sangen weiter. Nun nähert sich der dicke Zeiger
schon verdächtig der Zwei und ich wurde immer müder.
Um 7 Uhr muss ich schon wieder aufstehen, nur für euch.
Werde noch ein Bild von Davor und Sasha machen.
Da ist es.
Sasha links, Davor rechts.
Danach werde ich meinen neuen Freund in der Eisdiele
besuchen, diese Seite und die Bilder in Netz laden und
meine Emails lesen. Kostenlos!
Wahnsinn!
So jetzt sage ich erst mal Gute Nacht.
Falls ihr nichts mehr von mir hört bin ich immer noch
beim Wrack in 80 Meter Tiefe.