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Tagesübersicht

 

Ein Zwischenfall überschattet diesen schönen Tag.
Mit zwei Freunden machte ich einen Tauchgang, einen schönen
Tauchgang. Da ich der Unerfahrenste unter uns Dreien war
bekam ich die grosse 15 Liter Flasche. Die anderen hatten
eine 12er Flasche. Dieser Tauchplatz war bekannt für seine
bunte, bis auf 50 Meter abfallende, Steilwand.
Wir tauchten ab, am Boden entlang bis zur Kante, und drüber
hinaus. Unter uns tat sich eine wunderschöne Tiefe, ein tiefes Blau,
auf. Wir liessen uns an der Wand entlang hinunter gleiten, kaum
eine Bewegung war nötig. Die leichte Strömung trug uns völlig
schwerelos an all diesen bunten, total bezaubernden, Pflanzen
und Tieren vorbei. Das Wasser hatte angenehme 20 Grad,
bei 20 Metern immer noch 17 Grad. Bei etwa 30 Metern
drehte ich mich auf den Rücken und glitt im Abstand
von zwei Metern an der Wand entlang. Über mir Millionen
von Fischen, Farben wie im Regenbogen. Die Sonne schien
schon den ganzen Tag und die Lichtstrahlen bohrten sich mit
grosser Mühe in dieses wunderschöne Blau. Pro Tiefenmeter
verloren sie aber an Kraft, bis sie unter mir im Nichts verschwanden.
Ein Traum, dieser Anblick,
so vergänglich und doch unvergeßlich. Würde ich heute
erblinden ich hätte dieses Bild vor mir, für den Rest meines
Lebens.Unsere Reise ging weiter, weiter an all den bunten
Pflanzen vorbei. Fast bei 50 Metern angelangt entdeckten
wir vor uns den Sandboden. Ein Strand, der Strand meiner
Träume? Nur war da so viel Wasser. Wir machten Kehrt
und tauchten in einer Einbuchtung, einer kleinen Schlucht
langsam auf. Da passierte es. Mein Bleigurt löste sich,
im letzten Moment konnte ich ihn noch fangen. Schlagartig
gingen mir verschiedenste Gedanken durch den Kopf.
Was wäre passiert hätte ich ihn nicht mehr fangen können?
Wie ein Torpedo hätte ich die restlichen 15 Meter genommen.
Mein Computer zeigte aber Deko auf 3 Meter.
Nun, alles gut gegangen. Nur weiter tauchen wollte ich so nicht.
Mit Handzeichen machte ich meinem Tauchpartner verständlich
dass ich ein Problem mit meinem Gurt hatte. Eigentlich wollte
ich nur Bescheid geben aber er war so hilfsbereit und machte
mir den Gurt wieder fest. Ein Blick auf den Computer verriet
mir dass wir an Höhe gewonnen hatten und ich liess etwas
Luft aus meinem Jacket. Mein hilfsbereiter Freund bemerkte
unser Aufsteigen zu spät. Mit seinem neuen Tauchanzug noch
nicht sehr vertraut schaffte er es nicht rechtzeitig genug Luft
abzulassen. Er tauchte auf, viel zu schnell.
Aber das Schlimmste war der Dekostop.
Auf 6 m und auf 3 m hätte er einen Stop machen müssen.
Jetzt war er oben.
Nun folgt meine Glanzleistung! Ich folgte ihm.
Keine Ahnung was mich dazu bewegt hat. Bei mir war es
nicht ganz so schlimm, am Vortag war ich nicht getaucht
und war somit nicht vorbelastet. An der Oberfläche
angekommen versuchte er noch einmal abzutauchen,
ohne Erfolg. Wir waren etwa hundert Meter vom Schiff
entfernt und mussten diese bei leichtem Seegang in Rückenlage
bewältigen. Am Schiff angekommen war mir aber immer
noch nicht ganz klar was eigentlich passiert war.
Tobias versorgte uns sofort mit viel Wasser und reinem
Sauerstoff. Bei mir war alles gut gegangen, keine Anzeichen,
mir ging es gut. Der andere fühlte sich nicht ganz so gut,
die Hände waren etwas pelzig. Wir wickelten ihn warm ein
und gaben ihm viel zu trinken. Alles in Allem ist es aber gut
ausgegangen. Mittlerweile ist er wieder wohl auf und in
diesem Moment mit den anderen hier in Rab unterwegs.
Eigentlich wollten wir in den Süden fahren, aber nach dem
wir zwei Sauerstoff Flaschen geleert hatten konnten wir
nicht weiter fahren. Den Sauerstoff haben wir nun aber auch
wieder aufgefüllt und können morgen in aller Frühe aufbrechen.
Der Andere wird morgen noch nicht tauchen. Mir ging es ja
nicht schlecht und so werde ich morgen wieder runter gehen.
Etwas positives hat das Ganze aber gehabt. Wir haben uns
alle mal wieder vor Augen geführt wie gefährlich es sein kann.

Jetzt aber wieder etwas Erfreuliches.
Ein ganz großes Dankeschön an Heike und Hans Kiske.
Sie schrieben uns eine Email mit vielen Grüssen.
Also Bilder machen wir hier ganz viele. Es werden zur Zeit aber
nur ausgewählte veröffentlicht. Natürlich auch aus Kosten Gründen.
Den Tipp mit dem Alkohol werde ich beherzigen! :)
Es war aber auch zu viel die letzten Tage. Heute kann ich gar nichts
trinken. Wollte vorhin, so zum schreiben, ein Glas Wein trinken.
Es ging nicht.
Viele Grüsse auch von den Starfish´n
Wir haben extra ein "sag mal hallo" Foto aufgenommen.

Die Sternfische

Und damit ihr mal seht wer hier so alles dabei ist, sende
ich gleich noch ein Gruppenfoto hinterher. Zwei Damen
fehlen allerdings. Grosser Fehler!
Ich sagte nur eine Stunde vor dem Fototermin Bescheid.
Die Damen sind leider immer noch im Bad. :)
So lange wollten wir dann aber auch nicht warten.

Alle von dieser Tour

Heute ist also allerhand passiert.
Aber wir lassen uns nicht klein kriegen!
Nun konnten wir Rab noch einen Tag laenger geniessen.
Und das bei diesem schoenen Wetter. Etwa 25 Grad hatte es heute.
Die Stimmung hier an Bord ist super. Jetzt erst recht.
Kamen doch alle in den Genuss eines Dekovatz.
Besser gesagt ein Wiedergutmachvatz. Wir stiessen dann
aber auch auf seine Gesundheit an. Was heute Abend
noch alles kommt, wir werden sehen. Es wird bestimmt
wieder mit viel Alkohol und der üblichen Orgie enden! ;)
Also macht es gut.
Euer Explorer Team von der Poseidon.