Genug Zeit hätte ich eigentlich schon gehabt, Gelegenheiten auch
aber irgendwie sollte es nicht sein. Ist ja kein Problem, schreibe
ich es eben heute, am 24, erst. Gestern war das Wetter leider
nicht so toll gewesen. Schon nach dem Aufstehen haben wir vermutet
dass es einen Sturm geben wird. Anfangs ging es aber noch und wir
machten uns auf zum ersten Tauchplatz.
Für mich war klar daß es ein ruhiger Tauchgang werden würde,
zum
eingewöhnen. Um der Masse Tauchwütiger zu entgehen beeilten
wir
uns ins Wasser zu kommen.
Gregor probiert seinen Trocki aus, auch Holger tauchte trocken.
Nur ich nicht.
Trocken bedeutet, wie der Name schon sagt, nicht Nass zu werden.
Der Anzug ist absolut dicht, oder er sollte es zumindest sein, und
man kann warme Kleidung drunter anziehen. Halbtrocken,
so wie ich tauche, bedeutet das Wasser eindringt. Es wird
jeder verstehen dass es mit einem Trocki angenehmer ist.
Das Wasser hatte aber 19 Grad und das auf 30 Meter Tiefe.
Wir Drei tauchten an einer Steilwand entlang und uns begleiteten
noch etwa zwei Dutzend andere Taucher. Mit 30 Bar Restluft
beendete ich meinen ersten Tuchgang. Er war sehr angenehm
gewesen.Wir tauchten vom Schiff über den Meeresboden bis
zu der Kante, jetzt hiess es nur noch "over the edge". Schwerelos
schwebten wir über diesen, nach unten nicht enden wollenden,
Abhang. Frei, es ist so ein schönes Gefühl der Freiheit, fliegen
trifft es wohl am besten. Jeder der schon einmal voller Neid
auf die Vögel geschaut und sich gewünscht hat da hoch oben
auch
seine Runden zu drehen, sollte tauchen.
Über mir war es blau, unter mir war es jetzt blau und neben mir
auch. Immer wieder höre ich die tollsten Berichte über Fische,
Haie und Pflanzen.Was mich aber am Tauchen so fasziniert ist
diese Schwerelosigkeit. Auch diese unvorstellbare Naturgewalt,
die uns jedes mal aufs neue ins rechte Licht stellt.
Was sind wir schon, Staubkörner im Universum, Ameisen auf der
Autobahn? Wenn man sich die Naturgewalt anschaut wird einem
bewußt wie unwichtig und klein man doch ist.
Als ich so an der Steilwand entlang schwebte und mir die ganzen
Risse und Vorsprünge anschaute bemerkte ich genau neben mir
einen riesigen Schwarm kleiner Fische. Unmöglich hindurch zu
schauen, das Blau auf der anderen Seite zu sehen. Es waren so
viele Fische, alle bunt, mit vielen Farben verziert. Fragt mich jetzt
nicht was für Fische es waren, es spielt auch keine Rolle.
Auch das wo und das wann ist unwichtig, was zählt ist der Augenblick.
Der Augenblick an dem ich die Fische fragen wollte ob sie mich
aufnehmen und ich mit ihnen weg schwimmen könnte. Weit Weg
ins tiefe Blau. Nein meine Freunde, ich habe nichts getrunken,
auch keine anderen Drogen genommen. Ein Tiefenrausch ist es
ebenfalls nicht. Wie denn auch? Bin ja erst einmal getaucht.
Ja, ich bin ein Weichei, ein Schönwettertaucher, ein Earl Grey
Trinker, ein "AntiReiseKotzDichNichtVollTablettenSchlucker".
Na und?! So komme ich wenigstens zum schreiben. Es regnet
mal wieder. Auch das ist schön anzuschauen. Nach dem Tauchgang
fuhren wir weiter Richtung Süden. Ein neuer Tauchplatz sollte es
sein.
Doch dann kam er, der Sturm. Es waren Windgeschwindigkeiten von
bis zu 60 Km/h. Wir liefen im Hafen von Supetarska Draga ein.
Er war schon gut gefüllt. Nach dem das Schiff gesichert war,
was nicht so leicht gewesen ist, bei dem Seegang, liefen schon die
nächsten Schiffe ein. Es kamen immer mehr Schiffe. Da es keine
freie Anlegestelle mehr gab machten zwei grosse Schiffe an unserem
fest. Nach einem guten Abendessen trafen wir uns zum feiern im Salon.
Wie nicht anders zu erwarten war floß der Alkohol in Strömen.
Vor allem diese üblen Schnäpse waren das Öl im Partyfeuer.
Wir schauten herüber auf das andere Schiff, man war da eine Party!
Wie es sich aber später herausstellte war es nicht die Rentner
Kegelgruppe sondern eine Arbeits- und Diskussionsgruppe der
IG Metall. Alle noch recht jung. Mir ist Tina gleich aufgefallen,
hat sie doch so ein Selbstbewusstes auftreten. Irgendwann liefen
ein paar von Ihnen an unserem Fenster vorbei und ich lud sie ein.
Was für ein Glück dass sie die Tina mitbrachten.
Wir lachten hatten Spass und tranken Wein. Später holte ich eine
meiner mitgebrachten Flaschen Frizzante. Die Bilder könnt ihr
auf der Seite vom 24. anschauen. So gegen halb zwei lösten wir
die Runde auf. Es war auch besser so da jeder von uns schon
gut einen sitzen hatte.
Vielleicht sehen wir sie heute Abend im Hafen von Raab.