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Zeit
Sie durchdringt uns täglich, umgibt uns selbst im Schlaf, ist das kostbarste Gut dieser Gesellschaft und dennoch nicht fassbar geschweige den bezahlbar. Von vielen begehrt und von wenigen abgelehnt. Manchmal scheint es als wären wir nicht im Stande eine Uhr zu lesen, ertappen uns immer wieder dabei uhrplötzlich festzustellen dass es mal wieder zu spät ist. Der Tag, die Stunde oder vielleicht auch nur die Sekunde ist vorbei, unwiederbringlich für immer abgeschlossen. Keine Sicherung, kein Zurückspulen. Wie aufregend ist doch das Leben. Keine Tat kann ungeschehen gemacht werden, alles ein Unikat ganz ohne doppelten Boden.
Die Zeit heilt alle Wunden heißt es und deutet schon auf dieses durch Menschen geschaffene Machtinstrument hin. Doch kaum jemand weiß dass dieses sich nicht fassende Etwas nur in der „Zivilisation“ der Menschen fortpflanzen kann. Der Mensch macht es zu dem was es zu sein scheint. Ein gefräßiges Ungetüm das weder vor Stahl noch vor menschlicher Haut und auch nicht vor der Erinnerung halt macht. Als würde sich alles nach diesem Ungetüm richten, sich krümmen und biegen um irgendwie in ein bestimmtes Muster zu passen.
Nur der „intelligente Mensch“ lässt sich durch kleine Zeiger unter Druck setzen. Flora und Fauna achten nicht auf dieses Muster. Dort gilt nur der Leitsatz „wenn es so weit ist“. Hier wird kein Unterschied gemacht ob es sich um eine Distanz oder eine Differenz seit Anbeginn handelt. Dort gibt es nur heute. Ein morgen ist nicht wichtig, das gestern vergessen. Was für eine Leichtigkeit muss es sein ohne den Zwang von Gestern und dem Druck von Morgen zu leben.
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Masochismus in reinster Art oder doch nur die „Zivilisation“. Etwas bringt uns dazu, zu tun was unsere Eltern mieden, wir nicht mögen und unsere Kinder hassen werden. Was ist es, was uns vor der „Zeit“ davon laufen, erschaudern lässt? Es können nicht die Fältchen, auch nicht die schwindende Haarpracht oder der dicke Bauch sein. Vielleicht ist es der Erfolgsdruck? Schon 30 und immer noch keine Kinder, schon vierzig und immer noch kein Haus gebaut! Immer noch kein Spießer mit Swimmingpool im Garten und Terrasse auf dem Dach. Wer sich so einengen lässt ist wirklich zu bemitleiden. Die Zeit hat gewonnen, ein neues Opfer gefunden. Sie wird es mit Haut und Haaren verschlingen und nicht einmal rülpsen.
Betrachtet man die Einheit eine Sekunde genauer wird man feststellen dass Sie Physisch zwar immer noch die gleiche Einheit, Psychisch aber nur noch halb so erfolgreich ist. Als aktuelles Beispiel sei hier der Euro erwähnt. 1 Euro hat immer noch die Einheit 1 oder 10 Zehntel. Dennoch ist er im Verhältnis zur guten alten D-Mark nur halb so viel Wert da er bei gleicher Kaufkraft doppelt so teuer ist. Die Sekunde wird immer eine Eins bleiben nur wird vom Menschen immer mehr in dieser Eins erwartet. Ob diese 86400 Einser ausreichen um die Dinge von 172800 Einsern zu erledigen. Es wird wohl darauf hinauslaufen dass für manche Dinge mehr Einser und für manche keine Einser benutzt werden. Wie früher, bevor es Münzen gab. Tausche 28800 Einser gegen etwas Ruhe und die Energie für die anderen so Dringenden Dinge.
Wichtiges spielt keine Rolle mehr, nur noch Dringendes. Das Wichtige ist zum Alltag geworden, der vom Dringenden Überschwemmt und davon gespült wird. Deswegen hat diese kleine Aufmerksamkeit der wichtigen und nicht der dringenden Dinge nicht gedauert sondern ist einfach entstanden, irgendwo und irgendwann. Ein Leuchten am Himmel des unendlichen Universums vom Heute.
Denkt über das heute nach und lasst das morgen ferne Sorge sein. Es befreit.
Euer Roman aus dem hier und jetzt.
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