Wenn doch nur das Prasseln nicht so laut wäre,
wenn es denn schon regnet und ich keine Stellas sehen kann, dann doch
bitte etwas leiser. Aber das ist nicht ganz so schlimm, dann drehe ich
eben die Musik etwas lauter. Muß dafür nicht einmal aufstehen
nur das Laptop etwas lauter regeln. Jetzt nur noch strecken und ein
kurzer Blick auf die Lavalampe.
Leider weiß ich immer noch nicht wie man das ganze aufziehen kann.
Es ist einfach schon zu viel passiert! Alzheimer läßt grüssen.
Aber ich glaube diese Erzählung ist in Rockford Manni am besten
aufgehoben. Es sind ja Tatsachen die mir und evtl. noch ein paar Freunden
widerfahren sind. Vielleicht hilft mir dieses "Tagebuch"
mit dem ganzem Party Streß umzugehen. Anfangen sollte ich mit dem gerade
erst erlebten, die VGN Inlineskate Tour 2001. Also auf diese Entscheidung
erst mal einen kleinen Schluck von diesem schön dampfenden grünen
Tee. Der Frizzante hat die Geburtstagsfeier von meinem kleinen Bruder
leider nicht überlebt! Aber der Tee hilft auch beim entspannen.
VGN INLINESKATE TOUR 2001
Malloche am Samstag
Warum nur? Jetzt habe ich doch schon so viele
Aufträge abgearbeitet und der Rudolf zieht immer noch irgendwelche
Problemfälle hervor. Es ist schon 11 Uhr, und das am 14. Juli,
ein Samstag. Heute hätte Sie bestimmt eine Goldmedaille gewonnen.
Die Zeit nimmt die Beine in die Hand und läuft mit voller Kraft
davon. Zum Glück hat der Dutchi Zeit um nach unserem Musikgerät
zu schauen. Aber der Firma geht es eben nicht so gut und da ist es selbstverständlich
das man eben auch mal am Samstag aushilft. Habe leider die ganze Woche
keine Zeit gehabt um das Musikgerät zu bauen. So etwas gibt es
auch fertig zu kaufen aber 600,- DM sind ein bißchen viel. Mittlerweile
ist es schon fünf vor zwölf und der Dutchi müßte mich
gleich abholen. Er hat zwar nicht alles organisieren können aber
dann werden wir eben improvisieren. So, den Auftrag schließe ich noch
ab und dann packe ich mein Zeug.
Die letzten Vorbereitungen beim Dutchi
Während der Dutchi meine Computer Lautsprecher
zerlegt dusche ich noch schnell. Bei der Gelegenheit werde ich meinen
neuen Mach 3 Rasierer an meinem Oberkörper ausprobieren. Wäre
schrecklich wenn die Sonne doch noch einen kleinen Blick auf Mutter
Erde riskiert und ich mein T-Shirt nicht ausziehen kann. Glatt wie ein
Kinderpopo schließe ich den mehrere Kilo schweren Blei Akku an die
aktiven Lautsprechen an. Soundcheck, alles palleti. Multo bene! Jetzt
brauchen wir noch den Rucksack um alles zu verstauen. Hier ein bißchen
Tape da ein bißchen draht und ab geht die Post. Erst per Inliner zum
Bahnhof. Dann per Zug nach GrundIrdendWas. Egal aber Gleis 19 hat der
Computer gesagt. Nur der Zug fährt irgendwie nicht los! Dabei sollten
wir schon seit 3 Minuten fahren. Wußten die anderen, die vorhin schon
wieder ausgestiegen sind, mehr wie wir? Wer nicht fragt gewinnt nicht.
Aber warum mault mich der Schaffner so blöd an? Ich habe ihm doch
nichts getan und für die Kopfschmerzen, gestern Abend, von seiner
Frau kann ich ja auch nichts. Oh wie peinlich, aber auch blöd von
der Bahn. Wer schaut den schon auf das kleine Sternchen. Bin es nicht
gewohnt auf Züge zu achten die nur am Freitag fahren. Lese meine
Emails ja auch nicht nur jeden zweiten Tag. Aber no Problemo, uno Momento.
Ja, auf Gleis 6 in zehn Minuten.
Also langsam kommen mir Zweifel ob wir die Tour jemals erreichen. Zu
spät sind wir sowieso schon. Eigentlich sollte der Zug jetzt losfahren,
dazu müßte er aber erst mal ankommen. Endlich eine Lautsprecherdurchsage.
Wie, Achtung auf Gleis 6 der Zug fährt gleich ab, ja wo isser den?
Oh mist, ich schau ja auf Gleis 7. Mal lieber schnell umdrehen. Nein,
die Türen schließen sich. HALT, will mit, muß mit. Ne, die Tür
lasse ich jetzt nicht los! Laßt mich rein! Ist sowieso schon peinlich
ohne Ende.
Erster Outdoor Soundcheck
Als hätten es die Leute gewußt. Kein Mensch
in unserem Abteil, los Dutchi let the music play. Wenigstens hat die
Bahn jetzt gute Musik! Na die Mucke lassen wir gleich mal laufen.
Pleinfeld, aussteigen und ab zum Sportplatz. Der Treffpunkt für
die Nachzügler. Oh geil, kein Mensch da. Alle Hanutas, Drinks und
Äpfel nur für uns!? Nein, wir sind brav. Endlich treffen die
ersten ein. Habe schon Hummeln im Arsch. Warum müssen die jetzt
auch noch pause machen? Und wer hat die kalte Dusche bestellt? Dann
mal lieber runter mit dem T-Shirt. Vielleicht bleibt es im Rucksack
trocken. Nun geht es endlich los. Wir fahren mal lieber bei den langsamen
Skatern mit, habe bei den schnellen keine hübschen Mädels
gesehen.
Hoffentlich schlafe ich nicht ein! Geht das langsam vorwärts. Aber
wir fallen wenigstens gut auf. Ist ja auch kein Wunder mit unseren halben
weisen Hosen und freien Oberkörpern. Nur schön die Bauchmuskeln
anspannen wenn eine Hübsche vorbei kommt. Die Musik wird auch ganz
gut angenommen. Es hat sich also gelohnt bis 4 Uhr die zwei CDs abzumischen.
Corny Riegel
Schon wieder ein Stopp. Jetzt gibt es Corny Riegel.
Was ist den das für eine Schönheit hinter den ganzen Riegeln?
Sie lächelt auch noch. Angenehm anzusehen. Aber was schaut den
da aus der Hose? Na wenn das nicht ein orange farbener Stringtanga ist.
Aber wir müssen weiter, noch eine kleine Schleife drehen.
Die Polizei versucht krampfhaft die Strasse abzusperren und wir liegen
mittlerweile auf dem Boden und kämpfen mit dem Einschlafen. Es
sind zwar ein paar hübsche Frauen anwesend aber wir sind ja nicht
mehr in Italien! Wir sind hier im Großraum Nürnberg, da wo
die Frauen aus Eltersdorf abstammen. Also warum sollte ich mir überhaupt
die Mühe machen und eine Ansprechen. Mache lieber mal meine Äuglein
zu und träume bißchen von Italien.
Dutchi, CD Wechsel. Sie ist bestimmt schon zwei mal durchgelaufen. Leider
werden wir jetzt von allen überholt! Mal schauen ob wir wieder
nach vorne kommen. Aber immer mit Vorsicht an den Kamikaze umfall Skatern
vorbei. Hätte ich das gewußt hätte ich mir Wertungskarten
zum hochhalten mitgenommen. Obwohl ich nur 9,5 brauche, so schön
wie die fliegen!
Bananen
Bei diesem Stop gibt es endlich die lang ersehnten
Bananen. Wir hätten vielleicht doch etwas zu Mittag essen sollen.
Aber jetzt haben wir ja Bananen. Auch Toiletten gibt es hier. Da bleiben
wir doch am besten in der Klobude, hier ist die Akustik echt gut.
Die viertel Stunde sollten wir nutzen um die Rucksäcke mal abzulegen
und uns hin zu setzen. Gut das hier ein paar leere Getränkekisten
herum stehen. Ja, schaut nur. Hättet ihr euch halt auch ein Musikgerät
gebaut. Und der Akku hält immer noch.
Ziel
Da steht doch wirklich jemand der all die Kamikaze
Skater anfeuert "Nur noch ein paar Meter". Auf das die letzte
Flugenergie frei gesetzt wird. Die DRK Leute wollen auch noch was tun.
Man kann schon die Schar Lager und E-Drink gierigen Leute an den Ständen
sehen! Hey zur Seite! Will auch einen Energie Drink! Wehe einer klaut
mir meine Kugellager! Der Dutchi ist schon am überlegen ob er jetzt
eine Runde schwimmen geht, am liebsten würden wir gleich mit den
Inlinern in den See fahren! Die Fähre kommt. Jetzt aber los. Keiner
hat nen Plan wie es jetzt weiter geht, wir wissen aber daß wir auf
das Schwimmende Teil müssen. Oh je, sind das meine Füße die
diesen die Magenwände zusammen ziehenden und leicht Würgereiz
auslösenden Duft verströmen? Nur schnell die Socken tauschen
und ab aufs Schiff. Wo ist die Party? Da war doch was von Party gestanden?
Komisch! Na gut, ausruhen und blöd glotzen, wie die anderen. Das
Schiff legt am anderen Ende des Tümpels an.
It´s Party Time
Oh ja, Party! Da ist Mucke und viele Leute. Wie
wir beim Aussteigen erfahren haben steigt die Bootparty erst ab 20 Uhr.
Na dann schauen wir mal auf das N1 und Sparkassen gesponserte Fest.
Welch eine entzückende Entdeckung! Die verkaufen hier Ramazzotti.
Aber erst schauen wir uns das Ganze mal an. Es gibt hier sogar vier
Beach Volleyball Plätze. Der Dutchi wurde am liebsten mitspielen
und seinen nackten Körper quer über das Spielfeld schleudern.
Aber mich lüstet es zu Zeit überhaupt nicht nach Posing. Na
super! Als wir an der Bühne ankommen muß der Herr Minister Präsident
seine Rede halten. Aber warum zieht er seine Tochter so in den Schmutz?
Angeblich ist sie mit ihren Inlinern noch unterwegs zum Ziel, nur ist
das Inline Event schon seit zwei Stunden vorbei! Das gibt den richtigen
Gesprächsstoff fürs morgige Frühstück. Bei dem Gelaber
frage ich mich wie viele Ärsche der wohl geleckt hat um so weit
zu kommen. Mit Politik hat das nichts zu tun! Da bin ich in meinen Meetings
ja politischer. Aber wahrscheinlich ist er mittlerweile nur schon so
abgehoben und fern aller Realität. Hatte ich schon erwähnt
das N1 die Party gesponsert hat? Der Unterschied zwischen der Party
und dem Radio ist, man kann das Radio abstellen wenn einem das Gelaber
auf den Geist geht! Da gibt es nur eins! RAMAZZOTTI! Warum will uns
die Alte den Ramazzotti nicht so mischen wie wir es wollen? Aber mit
meinem Herz brechendem "Aber isch abe gar kein Audo" Blick
kriege ich jede Frau rum! Jetzt wird es aber Zeit um auf das Schiff
zu gehen.
Schiffs Party
Na gut, drauf waren wir jetzt aber wo ist die
Party? Mal abwarten und Tee trinken. Auf dem obersten Deck angelangt
sahen wir doch so etwas wie Boxen und ein Mischpult. Der David versuchte
gerade die Anlage zum laufen zu bekommen. Nur ein Problem quälte
ihn noch! Es gab keinen Strom! Wie gut das unser Blei Akku, wider jeder
Vermutung, noch keine Erschöpfungserscheinung zeigte. Also drehten
wir noch einmal auf. Bis kurz vor LT, Lautsprecher Tod. Als wir dann
endlich Strom hatten konnten wir David, der zu dieser Zeit Volontär
bei Radio 8 war, überreden unsere CD zu spielen. Die Katja, auch
Volontärin bei Radio 8, lernten wir sehr schnell kennen. Sie managte
das Geschehen Musiktechnisch an Board. Als die Party im Begriff war
los zu gehen wie eine naß gewordene Silvesterrakete suchten wir Deckung
unter Deck. Dort gab es Köstliches zu Essen. Nur die Schlange am
Tresen war doch beachtlich. Aber was für ein Glück! Vor langer
Weile durchstöberten wir die Speisekarte.
HALT!
Handelte es sich hier um eine Halluzination? Irgendwie war mir als konnte
ich das Wort Frizzante lesen.
HERR OBER!
Sie war gar nicht so teuer. Machte sich aber gut zum Salat. Allerdings
war die Flasche zu schnell leer! Das ist aber leider eine Krankheit
vom Frizzante, er verdunstet immer so schnell. Die Katja genoß auch
ein Glas mit uns. Und der Abend wurde doch noch lustig. Aber es waren
ein Paar Dinge die uns hätten zum Nachdenken veranlassen sollen.
Zum Beispiel daß die Ös um 12 Uhr das letzte mal fuhren. Und die
Fähre um kurz nach 11 Uhr das letzte mal rechtzeitig auf dieser
Seite anlegte. Als wir das nächste mal auf dieser Seite landeten
waren die Öffentlichen schon alle weg. Na was für ein Glück
das es so warm war, übernachten wir doch irgendwo unter dem Sternenhimmel
am besten so wie
Gott uns schuf. Nur zu dumm das eben in diesem Moment ein Sturm aufzog.
Nach dem unsere Suchanzeige über den DJ, "Zwei hübsche
junge, noch unschuldige, sehr brave und verantwortungsbewußte junge
Helden, Handzahm und to go bereit, suchen Mitfahrgelegenheit nach Nürnberg,
erfolglos in der noch Sternklaren Nacht verhalte wußten wir es steht
nicht gut um uns. Die Katja bot sich an uns zur Radio 8 Beachparty mitzunehmen.
Allerdings hatte sie nur ein sehr kleines voll beladenes Auto aber versuchte
uns beim David unterzubringen. Da wir aber keine Lust hatten zwischen
CD Covers und Lautsprechern zu hocken beschlossen wir eine, uns noch
fremde, Alternative zu wählen. Doch genau diese fehlte uns. Also
halfen wir erst einmal mit die Musikanlage abzubauen. Als ich im Begriff
war die Trümmer herunter zu tragen traf ich diese interessante
junge Dame. Was für ein Glück, sie war alleine! "Du fährst
nicht zufällig nach Nürnberg" entfloh mir spontan und
ohne zu überlegen. Aber ich ließ mich nicht von dem erwidertem
nein beirren. "Können wir bei dir übernachten" war
meine nächste Frage. Aber was war daß? Diese Frau kenne ich! Sie
war die orange Tanga Frau! In dem Moment vernahm ich ein mich zu tiefst
entzückenden Satz. Ihr seid die mit der Musik auf dem Rücken.
Mein Lachen war Antwort genug. Da drehte sich dieses bezaubernde Geschöpf
um. Das schlimmste befürchtend durfte ich eine weitere Schönheit
wahrnehmen. Diese befand sich unmittelbar neben der o Tanga Frau. Nun
wollte ich meinen Ohren nicht trauen! "Mama, dürfen die beiden
bei uns übernachten?" Diese zweite Schönheit drehte sich
zu mir um und wieder hörte ich diesen einen, doch wie Öl herunterlaufenden,
Satz: "Ihr seid doch die mit der Musik auf dem Rücken?".
Na klar, war ihre Antwort. Was für ein glücklicher Moment
der uns da ereilte. Ein Lichtblick an diesem von Wolken bedeckten Horizont.
Sollte unser Adams Kostüm trocken bleiben?! Als ich mich der Treppe
näherte warf ich dem Dutchi noch schnell einen Satz zu: "Dutchi,
mach mal was mit den Damen aus" Auf dem untersten Deck angekommen,
vor mir die Radio 8 Leute bereits beim verlassen des Schiffs, betrete
ich die Landungsbrücke. Dumme Kommentare daß ich mich beeilen
möchte überhörte ich zweifach. Die Katja schaute mich
mit großen Augen an als ich die Trümmer auf den Boden stellte
und mit einem kurzen verabschiedenden Satz mich umdrehte und wieder
an Bord ging. Der Sturm fing langsam an sich zu verbreiten. Wir legten
ab und trieben auf die andere Seite von dem Tümpel. Wieder am obersten
Deck angekommen war unsere Unterkunfts Frage geregelt und wir warteten
nur darauf wieder anzulegen.
Flucht von Bord
Es regnete in Strömen als wir das Schiff
verließen. Die Jüngere Schönheit war sich über den Aufenthaltsort
ihres KMB nicht ganz im klaren. Von Erschöpfung geplagt bat sie
ihren Begleiter sie zu tragen. Dieser bückte sich und sie versuchte
auf seinen Rücken zu steigen. Wie sagte Cäsar schon, das Spiel
möge beginnen. Wie lange konnte er sie wohl auf dem Rücken
halten? Nicht lange! Wir waren sichtlich beeindruckt wie der Freund
es so schnell geschafft hatte die größte Schlammpfütze an
diesem Ufer zu finden. Und dann sei da noch die Treffsicherheit erwähnt
mit der er diese ansprang. Nach dem wir beiden aus dem Schlamm aufgeholfen
haben wollte sie doch lieber selber laufen. Auf dem verzweifeltem Weg
ins Trockene, fanden wir durch Zufall ihr Auto und sie fragte mich ob
ich noch in der Lage sei dieses KMB zu bewegen. No Problemo. Her mit
dem Schlüssel, ist naß hier. Der Ford Fiesta bot Schutz vor Nässe
und Kälte und wir vier paßten ausgezeichnet in das kleine Ding.
Was waren daß für Schreie als wir einsteigen wollten? Die Mutter
und ihr Freund wollten doch nicht etwa mitfahren? OK, mit etwas gutem
Willen und etwas Druck werden wir schon hereinpassen. Da ich ja der
Fahrer bin habe ich ja sowieso meinen eigenen Platz. Komm Dutchi steig
ein. Aber was war das? Nein, noch ein Schrei in dieser so verregneten
Nacht. Es war eine Freundin und ein Freund der Mutter. Wie mitfahren?
Wir sind schon 6 Leute, und das in einem Fiesta! Aber gut! Will ja kein
Spielverderber sein. Nur herein mit euch, ich habe ja meinen Platz aber
hat jemand die Nummer von WETTEN DASS? Wie praktisch daß uns hier im
Auto keiner sehen kann, die Scheiben sind so beschlagen daß wir nicht
mal sehen würden wenn uns die Bullerei blitzt. Aber war da nicht
was? Muß doch sehen wo wir hinrollen. Na dann lassen wir eben etwas
Feuchtigkeit ins Auto und machen das Fenster auf.
Auf den richtigen Weg konnten wir uns nach Stunden auch einigen, so
daß es nicht schlecht um uns stand.
Privat Party
Das Haus war sehr skurril eingerichtet. Überall
waren Symbole und Gegenstände uns Europäern fremder Kulturen.
Das Wohnzimmer war in einer Ecke zur Schlafhölle ausgebaut. Wir
waren zu tiefst beeindruckt. Was uns aber noch mehr beeindruckte war
diese unbeschreibliche uns zuteil werdende Gastfreundschaft. Wir wurden
super verpflegt und toll unterhalten. Alles begann mit Metallica und
zwar die ruhigen Songs. Alle sangen und tanzten zu dieser hier so treffenden
Musik. In der Küche entbrannte ein Wettstreit wer den besseren
und vor allem den größeren Joint zu bauen in der Lage war. Den
verbalen Wettstreit gewann die Tochter. Bauen durfte ihn jedoch jemand
anderer. Als wir zusehen mußten daß ein großer Eddingstift zum stopfen
benutzt wurde zogen wir es vor uns den Rhythmischen Klängen im
Wohnzimmer hinzugeben. Der Freund der Mama legte sich im Wohnzimmer
in die Schlafhölle und lies sich nicht von unserer wilden Tanzorgie
stören. Aufgeschreckt von einem Telefonklingeln stürzte die
Tochter zum Hörer und versuchte das andere Ende zu beruhigen. Es
waren die Nachbarn die sich deutlich von unserer Party gestört
fühlten. "Mama mach die Musik leiser, die Nachbarn haben sich
beschwert" klang es etwas energisch durch den Raum. Ein "na
gut" und eine unfreiwillige Handbewegung schob der Tanzorgie erst
mal einen Riegel vor. Es dauerte aber nicht sehr lange und die Mutter
drehte wieder auf Partylautstärke. Es hieß "Party on Garth,
Party on Wayne". Wir gaben alles und manche auch mehr. Was war
das bloß für ein Klingeln? Sollten meine Ohren schon der rassigen
Musik überdrüssig sein? NEIN! Unmöglich! Oh, es war schon
wieder das Telefon. Die Tochter versuchte mühevoll das andere Ende,
es waren wieder die Nachbarn, zu beruhigen. "MUTTER" schallte
es durch den Raum als die Tochter das Gespräch beendete. "Mutter,
die Nachbarn haben schon wieder angerufen. Mach die Musik leiser".
Die Mutter drehte den Lautstärkeregler widerwillig auf ein viertel
der Lautstärke. Wir tanzten und sangen trotzdem weiter.
Oh je, dachte ich für mich, war der Brandwein doch zu stark gewesen?
Auf einmal stand, besser gesagt humpelte, eine hübsche junge Dame
vor mir. Es war mir als hätte ich schon vor längerem den Hahnenschrei
vernommen und auf einmal in aller Herrgottsfrühe stand diese hübsche
Frau vor mir. Nach dem sie dann auch noch anfing zu tanzen war ich mir
sicher, es gab sie wirklich. Eine Anfrage bei der Mutter ergab daß
es sich um die jüngere Tochter, im weiteren als T2 bezeichnet,
handelte. Sie konnte kaum laufen und klagte über starke Schmerzen
am Knöchel. Wie sich herausstellte knickte sie auf dem Radio N1
Fest um und hatte seit dem schmerzen beim gehen und stehen. Dieses hielt
sie allerdings nicht davon ab sich die Seele aus dem Leib zu tanzen.
Zu späterer Stunde als sich die Tanzorgie etwas beruhigt hatte
und sich kleine Grüppchen bildeten stellte sich heraus daß T2
die Bananen Frau gewesen war. Sie hatte uns auch wieder erkannt. Ja,
wie waren die mit der Musik auf dem Rücken. Nach dem wir uns alle
gegenseitig beschnuppert hatten folgte der übliche Smaltalk und
ich wurde schnell müde. Als dann die junge hübsche Dame, T2,
anfing vom blasen zu erzählen, sie vermochte wohl ihren Fuß damit
zu kühlen, für die doch sehr phantasievolle Männerwelt
allerdings war es sehr zweideutig, beschloß ich mich lieber, entgegen
aller noch so tollen Phantasien, zur Ruhe zu legen. "Dutchi, bevor
ich noch auf dumme Gedanken komme lege ich mich jetzt lieber hin"
waren die letzten Worte bevor ich einen ultra schnellen Ausflug in die
REM Phase unternahm.
"The Day After" oder auch ein "Arsch Tag"
Ein Schlafsack wärmt super auch wenn er
es gar nicht tun soll. Nur zu dumm ist aber der Platzmangel den diese
Hülle aus Baumwolle, Polyester und sonstigem hoch giftigem Chemiezeugs
so mit sich bringt. Jeder der sich am frühen Morgen schon einmal
im Schlafsack strecken wollte und dabei im Waden einen Superkrampf bekommen
hat wird mich verstehen! Es war wahrscheinlich eine Fügung des
Schicksals daß der Dutchi doch ca. einen halben Meter von mir entfernt
lag, sonst hätte ich ihm vor Schmerzen womöglich ein Ohr abgebissen.
Nach einer Waghalsigen Befreiungsaktion und dem darauf folgenden entspannenden
und doch sehr schmerzhaften Strecken des rechten Beines kam erst einmal
das große O. O für Orientierung. Welches Jahrtausend hatten wir
eigentlich? OK, unwichtig aber wenigstens den Tag hätte ich gern
erfahren. Was nun kann tun? Wahrsagerin, ja eine Wahrsagerin konnte
mir bestimmt helfen! Schade, war gerade keine da auch keine Glaskugel.
Kaffeesatz! Es sollte doch auch mit Kaffeesatz funktionieren! Ab in
die Küche. Oh, Guten Morgen. Wer waren nur die vielen Leute? Kaffee,
gern (smile). Wie ich im folgenden erfuhr waren daß die Leute mit denen
wir gestern Abend, besser gesagt heute früh, gepartyt haben. Sehr
nette Leute. Der Dutchi kam auch und die Töchter folgten ihm auf
dem Fuße. Das Frühstück war üppig und herzlich. Es muß
bis in die Mittagsstunden angedauert haben. Am Nachmittag sammelten
wir unser armseliges und durchnäßtes Hab und Gut und begaben uns
zum Bahnhof. Da meinte es der Herr aber gut mit uns. Der Bahnhof lag
nur wenige Minuten von unserer Schlafstätte. Es dauerte auch nicht
lange bis unser Zug ankam. Und als hätte uns der Herr erhört,
der Akku hielt immer noch! Trotzend der Blicke die uns zu durchbohren
in der Lage gewesen wären ließen wir die Musik weiterlaufen. Es
war ein toller Ausklang für ein schönes Wochenende.
Wir waren sehr still, keiner von uns sagte auch nur ein Wort. Wir ließen
alles noch einmal Revue passieren und ab und an entglitt uns das eine
oder andere Schmunzeln. Mit einem mal drehte sich der Dutchi um und
sagte "Roman" er holte noch einmal Luft "Roman, der Traum
muß doch irgendwann zu Ende gehen"! Ich konnte nur lächeln,
er hatte meine Gedanken ausgesprochen.
Heiliges verklemmtes Nürnberg
Es spielte keine Rolle daß es in Strömen
regnete als wir in Nürnberg ankamen. Wir gingen dem Regen trotzend
langsam und in einer Rentner artigen Ruhe durch die City. Nicht trotzen
wollten wir dem Hunger als wir beim Mc D einkehrten. An der Kasse angekommen
wollten wir doch nur in Ruhe etwas bestellen. Aber alle waren damit
beschäftigt die Musik zu suchen! Ja, unser Akku hielt immer noch!
Das Gute an so einem als Rucksack mobilisiertem Musikgerät ist
die Tatsache daß man es von vorne einfach nicht sieht! Ich wurde aufgefordert
die Musik abzustellen. "Aber isch abe gar kein Musik" erwiderte
ich mit meinem Jahre antrainiertem Lämmchen Blick. Als dann der
Oberluschi, seines Zeichens Gummiessen Manager, um das Tresen herum
kam um mich davon zu überzeugen doch die Musik aus zu machen, mußte
er erschreckt feststellen das ich ja gar keine Musik hatte. Und da er
ein, und mein Papa hat keinen Pfennig dazu bezahlt, Fielmann Kunde war
, konnte er erst nach einer amüsanten Weile das Musikgerät
finden. Da wir ihm nicht seine letzten Haare nehmen wollten entschieden
wir uns einen Kompromiß einzugehen. Er stellte sein Labertaschen Radio
an und wir machten unser Musikgerät fast Lautlos. So konnte die
Big Mäc verschlingende 80 Jahre Omi in Ruhe ihre Klatschnachrichten
hören. Nach einer üppigen, ca. 30 Minuten lang sättigenden,
Mahlzeit machten wir uns auf den schweren Heimweg.
Das Ende
Hatte ich erwähnt daß es ein superdupermegageilesultraspass
Wochenende war? Nur die Eltersdorferinen haben ein bißchen an der Laune
gefeilt. Aber alles in allem war es ein schönes Wochenende das
sehr viel mehr nach sich zog als man es hätte erwarten können.
Der Veranstalter hat für das nächste Jahr Musik versprochen.
Nichts desto trotz werden wir an dem Musikgerät arbeiten. Es wird
leichter und deutlich belastbarer werden.
In diesem Sinne.
Wald Manns heil.