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Voller Glück und Zufriedenheit zog der tapfere
kleine Ritter durch das Land.. Er hatte schon alles erreicht was man
nur erreichen konnte, keine Fremde war ihm mehr unbekannt, er war stets
Siegreich, hatte das mächtige Böse zurückgeschlagen,
die Rätsel der Welt entschlüsselt und den Armen geholfen.
Doch etwas quälte seine Seele zutiefst. Er war so allein. Immer
hatte er sich ein liebes Weib gewünscht. Auf den zahlreichen Kreuzzügen
lernte er viele Frauen kennen; doch nie war die Richtige dabei gewesen.
Lieben sollte sie ihn, aber nicht wegen seiner Tapferkeit oder wegen
seiner Rüstung.
Auf einem seiner beschwerlichen Heimwege kam
er durch ein Kleines Dorf namens Zurückgezogenheit. Die Leute waren
nett und hilfsbereit, sie luden den tapferen Ritter, der sie so zu schützen
und mit tapferen Taten zu erfreuen vermochte, zu bleiben. Geschwächt
von den Strapazen nahm er diese Gastfreundschaft dankend an. Es war
als wäre es bestimmt gewesen. In der Nacht, der kleine Ritter gab
wieder tapfere Taten zum Besten, hörte er aus den vor Neugier gespannten
Reihen eine Stimme. Es waren nicht die üblichen Worte die er da
vernahm. Es waren fragende, eher hinterfragende Worte die sich den Weg
sehr leise zu seinen Ohren suchten. "Wer hatte sich mit meiner
Geschichte so auseinander gesetzt" fragte er sich und unterbrach
seine Erzählung. "Sollte wirklich jemand anwesend sein der
sich, wie ich vor vielen Jahren, Gedanken über die Welt machte"
durchfuhr es ihn wie ein Blitz. "Wer hat das Gesagt" fragte
er in die Runde.
Ganz verschämt hörte er ein "hier,
ich war es" es war eine Frauenstimme, eine liebliche noch dazu.
Er forderte sie auf nach vorne zu kommen. Sie stand auf und ging zu
dem kleinen Ritter der sehr unglaubwürdig dreinschaute und seinen
Ohren nicht trauen konnte. Diese Art der Fragen hörte er eher von
weisen Leuten oder von Königen wenn er von seinen Taten zu berichten
geladen war. Wie konnte sie sich diese Art der Gedanken machen. Es war
als hätte sie die Länder selbst bereist. Der kleine Ritter
unterbrach dieses Gelage und bat die Frau zu sich um mit ihr unter vier
Augen zu sprechen. Diese doch hübsche aber unscheinbare Frau wäre
ihm ohne diese Worte nie aufgefallen. Bestimmt wäre es das Äußere
gewesen das ihn dazu verleitet hätte sie zu übersehen. Es
war nicht die Art von Frau die er sonst kennengelernt hatte.
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Sie schien gut gebildet und konnte dem kleinen
Ritter sehr wohl passende Worte entgegen setzen. Von ihrem Wesen beeindruckt
blieb der kleine Ritter noch zwei weitere Nächte und sie unterhielten
sich jedes mal bis in die frühen Morgenstunden. Da war so ein Gefühl,
es war dem Ritter etwas fremd aber doch vertraut, als hätte er
es schon Jahre bei sich und doch nie gespürt. Die Zeit, wie kostbar
sie doch war, schien nie zu vergehen. Konnte es möglich sein, hatte
der kleine Ritter die Liebe gefunden? Er war sich nicht sicher, war
sie doch nicht wie die anderen Frauen gewesen, aber vielleicht machte
gerade dieses den entscheidenden Unterschied. Er lebte am Hofe eines
edlen Königs der sehr gütig und friedlich das Gute unterstützte.
Schon mit Freude gesegnet lud er sie ein sich mit ihm auf die Reise
zu begeben. Doch was mußte er erfahren? Sie war tief im inneren mit
viel Trauer gefüllt.
Eine so große Trauer das selbst der tapfere
Ritter nicht in der Lage war ihr zu helfen. Diese Trauer hielt sie in
diesem kleinen Dorf fest. Der Bann war so stark daß sie nicht einmal
in das nahegelegene Dorf, man nannte es Fallenlassen, gehen konnte.
Um so trauriger war aber die Tatsache daß sie die Welt erobern wollte
wie einst der kleine tapfere Ritter. Doch die Welt lag da draußen,
draußen über dem Hügel, nicht hier in diesem kleinen Dorf.
Zum ersten mal hatte der Ritter verloren, er konnte ihr nicht helfen.
Er hatte nicht nur gegen diesen Bann verloren, er hatte auch ein Stück
von sich verloren. Ganz tief im inneren spürte er diese Leere,
die Leere wie er sie schon viele male auf einsamen ritten gespürt
hatte, nur eben sehr viel stärker. Nun war es ihm klar, er war
eben doch nicht dieser glückliche kleine Ritter gewesen. Selbst
nach diesen drei Tagen des Ruhen war er viel geschwächter als zu
Beginn von dannen gezogen.
Er hatte bei diesem Kampf zu viel Energie verloren,
Energie die man nicht so schnell auffüllen konnte. Aber er lies
ihr einen kleinen Beschützer zurück, dieser Talisman hatte
ihn schon durch viele Schlachten begleitet und war ein gutes Omen. Ohne
zurückzublicken ritt er davon. Schon nach kurzer Zeit war er hinter
dem Horizont verschwunden. Es war als hätte ihn dieser rote Feuerball
dem er entgegenritt einfach verschlungen.
Gewidmet Claudia S.
Auf das du es schaffen magst den Hügel zu
überwinden und deine Träume zu verwirklichen.
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