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Untergang bei Doe’s
„Kein Eis Alter, wir haben kein Eis“, der Hilferuf den ich da vernahm kam aus Nürnberg. Genau gesagt kam er aus der Bucherstr. 39. Matze hatte mich angerufen und gefragt ob ich den eine Metro Karte habe, Ihr müßt wissen daß die Metro der letzte Zufluchtsort der aussterbenden „Crushed Ice“ Tüten ist. Da ich mir schon vor langer Zeit den bekannten Toyota Slogan zu eigen machte, versprach ich zu helfen. Aus früheren Zeiten war mir noch bewußt wie gefährlich so ein Einkaufsbummel in der Metro ist. Nach reichlicher Überlegung
war mir klar, daß nur ein mieser Trick mich von den immensen Kosten bewahren konnte. Alles was ich an diesen gemeinen aber handlichen Plastik-Magnet Combos einstecken hatte ließ ich im Auto zurück und nahm nur Bargeld mit.
Es dauerte auch nicht lange und ich hatte den ersten Auftrag erfüllt. Bewaffnet mit 100 Papp-Alu Aschenbechern betrat ich den gefährlichen Süßigkeiten, Spirituosen und sonstige Lebensmittel Raum. Da war es! Plötzlich überkam mich so ein Gefühl, etwas in mir sagte kauf, kauf! Voller Hingabe überredete
ich mich mal wieder die Caipi Saison zu eröffnen. Auf der Suche nach Limetten entdeckte ich diese handgezogenen und rundgezüchteten Designerlimetten. Sie waren vom Mr. MEX persönlich unterzeichnet. Als ich die kleinen Dinger rufen hörte, „nimm mich, und mich, und mich auch“, so etwas passiert mir sonst nur in der Disco, war es um mich geschehen. Ich kaufte die ganze Kiste. Nach dem ich auch die letzten zwei Tüten „Crushed Ice“ (10 KG) gesichert hatte, wagte ich mich zum Spirituosen Regal. Was für eine Auswahl, dort gibt
es sogar die richtigen Alki 1 Liter Flaschen. Nach Rücksprache, sorry heißt ja jetzt nur noch RS, mit Matze war das Thema Alk abgestimmt und ich konnte die Hälfte wieder ins Regal stellen. Dieses Telefonat ersparte mir eine höchstwahrscheinlich ultra peinliche Situation. Wie schon erwähnt ließ ich meine Kreditkarten im Auto zurück um nicht irgendwelche Dummheiten zu begehen. Das Bargeld schätzte ich auch ca. 100 Euro und so war es ein reines Glücksspiel. Nach einigen weiteren Runden durch die Glückshalle polterte ich zur
Kasse, wo ich schon sehnsüchtigst erwartet wurde. Um Haaresbreite schaffte ich es die geforderten 100 Euro irgendwas aufzubringen. Da bin ich doch noch mal gut weggekommen. Jetzt hieß es auf nach Hause, Zeug packen und ab zur Party.
Gerade rechtzeitig kam ich mit den ersten Gästen an. Oben hieß es erst mal „Sichern der Vorräte“. Unter Chris seinem Bett versteckte ich ein Notration Caipi’s. Man kann ja nie wissen …. So dann machte ich mich auf in die Küche um die Ersten zu mischen. Ein Traum. Alles war da, sogar der Roses
Lime Juice (hab ja an alles gedacht). Um nicht als Caipi Mixer erkannt zu werden verschwand ich nach drei gemixten Caipis (nur einer war für mich) im Wohnzimmer. Die Räume füllten sich so langsam und es wurde immer lustiger. Meine Modeberaterin, Bille, besorgte mir noch fehlende Farben so daß man an mir nur hätte graben müssen um Gold zu finden. Wenn ihr das nicht versteht seid ihr leider noch nicht würdig. Mit orangenen Schuhen (Matze) und einem grünen Shirt (Bille) drunter konnte ich mich dann endlich sehen lassen.
Jetzt hätte ich fast Jamiroquai’s Mütze vergessen. Er hatte sie mir letztes Jahr geschenkt als wir mal wieder einen drauf gemacht haben. Die Feier bei Doe’s fing langsam an aus allen Nähten zu platzen und die Küche schrie um Hilfe. Es müssen im Schnitt immer so an die vierzig Leute in der Küche gewesen sein. Da konnte es schon eine viertel Stunde dauern um von rechts, da war das Essen, nach links, dort gab es Alk, zu kommen! Die gute Aussicht ließ aber wortwörtlich gut darüber hinweg sehen. Ausnahmsweise stieg die
Qualität proportional zur Quantität. Entschuldigung, ich rede natürlich von den Mädels und/oder Damen. Wie Mann auf vielen Bildern sehen kann wurde einem auch gute Rückperspektiven geboten.
Alles lief wie immer sehr verrückt. Bis einige Wenige, um nicht zu sagen Einzelne, sich aufführten wie auf Doe’s Party. Einige mußten sich doch wirklich total willen- und hemmungslos saufen. Plötzlich flogen volle Bierflaschen und mehr oder weniger volle Gläser herum. Das ganze eskalierte dann sehr schnell und nach dem Chris damit
beschäftigt war in sein Bett zu kotzen, blieb nur Matze übrig um das ganze etwas zu bremsen. Genau so schnell wie es eskalierte, räumte Matze die Bude. Nur die Raufbolde blieben übrig. Sie wollten natürlich nicht gehen und stänkerten weiter. Selbst wildeste Drohungen konnten diese Leute nicht beruhigen. Als dann nur noch einer der Raudis übrig blieb, der aber um nichts in der Welt schlafen wollte. Hofften wir bald die lang ersehnte Ruhe zu finden. Pustekuchen, er rannte wie von Wespen gestochen durch die Wohnung, saute
alles mit Blut voll und weckte das ganze Haus. Irgendwann verschwand auch dieses lästige Übel und irgend jemand machte das Licht aus. Der nächste Morgen war ein großer Schreck. Nicht körperlich aber die Wohnung, besser daß was davon übrig blieb, sah aus wie nach dem Angriff der Klozecken. Chris brauchte den Rest des Wochenendes um die Bude wieder einigermaßen auf Vordermann zu bringen. So haben wir es also wenigen zu verdanken daß es sich erst mal ausgesomefreakst hat. In meiner Gästeliste werden in Zukunft auf jeden
Fall ein paar Namen fehlen. Schließlich bin ich nicht die Bahnhofsmission und komme für kranke Nürnberger Alkis auf! Aber wir lassen uns den Spaß am Feiern nicht nehmen und wer weiß …. Einen großen Dank an alle Bewohner der Bucherstraße 39. Es war trotz einiger Zwischenfälle eine super Feier.
Euer Rainbow Roman
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