3. April
Irgendwie geht es hier nicht weiter! Wir stehen in Ourense und dürfen schon seit Stunden den Bahnhof bewundern. Aus der Renfe(e) (Spanische Zuggesellschaft) ist eine Schnecke geworden. Dabei hat der Tag so gut angefagen. Wir sind erst später aufgestanden weil wir gestern noch ein bisschen gefeiert haben. Schließlich hatten wir die Strapazen hinter uns und konnten mit Vorfreude auf einen Tag in Santiago und einen Tag in Madrid schauen. Mit meinem Fuß war nichts mehr anzufangen und so nahmen wir ein Taxi zurück nach Ponferrada. Der Weg führte uns direkt an dem so berühmten Mc Donalds vorbei. Am Bahnhof hatten wir mehrere Stunden Wartezeit die wir damit verbrachten uns bei Cafe con Leche Anekdoten aus rauher Vorzeit zu erzählen. Es errinerte mich an meine Bundeswehrzeit. Wenn man lange mit mehr oder weniger Fremden eng zusammen lebt entwickelt man ein relativ großes Vertrauen. Diese Vertrauen läßt einen auch sehr Privates oder auch Intimes erzählen. Ein Bundeswehrkumpel vertraute uns in einer langen Nacht die Story von seiner Freundin Inkontinenzia an. Sie pinkelte ihm beim Vorspiel ungewollt ans Bein. Dummerweise dachte er erst daß es regnet, sie spielten in der Autotür. Irgendwann kam der Zug und wir studierten brav den Reiseführer. Die Zugfahrt stockte vor Ourensedas das erste Mal. Einige Renfe Leute machten an dem Rad genau unter uns herum. Es errinerte mich fast ein bisschen an Eschede. Nach fast einer Stunde ging es dann auch weiter. Fünfhundert Meter weiter kam dann der Bahnhof von Ourense. Hier war Schluß. Der Zugführer versuchte zwar aus dem Bahnhof zu kommen, gab aber nach ein paar Metern auf und führ zurück. Mittlerweile fahren wir auch wieder. Das Zwangsumsteigen und Platz erkämpfen kostete schon einiges an Energie. Leider sind die Keckse schon lange aufgebraucht und die Käsewürste habe ich Chris überlassen. Zum Glück gibt der Akku von meinem Organizer gleich auf und dann werde ich den Zug nach etwas Essbaren durchsuchen. Chris schlägt schon seit geraumer Zeit immer wieder auf mich ein. Er ist mal wieder eingeschlafen und träumt anscheinend von unserer Bergtour. Anders kann ich es mir nicht erklären warum er ab und zu ausholt und nach links ausschlägt! Einen Menschen mit so enormen Schlafbedarf habe ich vorher noch nicht getroffen. Euer Glück. Selbstverständlich habe ich ein Bild von ihm gemacht. Wie der heutige Abend ausgeht kann ich mir auch schon ausmahlen. Wir werden das teuerste Hotel nehmen daß wir finden und dann plündern wir einen Einkaufsmarkt. Die Kultur des Landes werden mir dann bei Wein, Bier und Chips im Fernseher bewundern. Morgen werde ich versuchen durch die Stadt zu humpeln und etwas von den Sehenswürdigkeiten mitzubekommen.
Hasta luego.
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