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Bilder vom 28. März

 

28. März

Wir haben überlebt. Irgendwie zumindest. Gestern Abend handelte es sich um eine kirchliche Prozession. Komischer Weise trugen alle Leute Masken wie beim Ku Klucks Klan. Acht Uhr zeigte der Kirchturm als wir aufbrachen. Ein Problem hatten wir aber noch, uns fehlte das Credencial del Peregrino. Das Buch für die Stempel (Nachweis für die Tortur). Eine Dame hatte uns erzählt daß wir es am St. Marcus Plaza bekommen. Dort gab es aber nur ein 5 Sterne Hotel und wir hatten Skrupel mit unseren Rucksäcken dort herein zu stiefeln. Nach einer Weile versuchten wir es doch und, man glaubt es kaum, wir bekamen unseren Stempel. Das Buch gab es wo anders, nicht aber an einem Feiertag! Auch ohne Buch führte uns der Weg durch San Miguel del Camino, Villadangos del Paramo bis nach Hospital de Orbigo. Da sahen wir auch endlich die lang gestreckte Brücke (13 Jahrh.) über den Rio Orbigo. Im 15 Jahrh. soll der Ritter Suero de Quiñones alle vorbeiziehenden Edelleute zum Paso Honroso (Zweikampf) genötigt haben. Wie (fast) alles Übel hatte auch dieses mit der Liebe zu tun. Eigentlich wollten wir bis nach Astorga laufen. Da wir aber jetzt schon eher am kriechen als am gehen waren schlugen wir unser Lager auf und kümmerten uns um unsere Wunden. Unsere Füße ähnelten erschreckend einem Regenbogen, abgesehen von den vielen offenen, hautlosen Stellen. Da alle Herbergen ausgebucht waren schliefen wir in einer der kirchlichen Unterkünfte. Es war sehr spartanisch eingerichtet aber das Ambiente war unbeschreiblich. Viele andere Pilgerer kamen hier zusammen. Dennoch sprachen alle nur spanisch. Wir ruhten am Abend in einem der weichen Sofas im offenen Innenhof. Der Patron dieser Unterkunft war sehr freundlich und besorgte uns vorläufige Stempel Bücher. Auch etwas zum essen bot er uns an. Wir hatten aber noch etwas dabei und so machten wir uns eine gute Suppe. Von einer spanischen Familie bekamen wir etwas von ihrem Eintopf. Cocido Maragato ist so etwas wie das Nationalgericht. Der Eintopf wird in einem Topf geköchelt aber in drei Gängen serviert. Köstlich! Eine Flasche Rotwein leistete uns dabei Gesellschaft.