Das Handy klingelte, zwei Uhr zeigte das Display. Mir ging durch den Kopf es lieber aus dem Fenster zu werfen? Ein langer aufregender Tag stand uns bevor. Um 2.30 Uhr trafen wir Hassen. Er war immer noch im Internet Cafe. Genau wie wir ihn um 1 Uhr zurückgelassen haben. Er war mal wieder kräftig am flirten. Unser Fahrer war auch gerade gekommen. Wir machten uns auch gleich auf den Weg. In Hurghada sollten wir uns dem Convoy nach Kairo anschliessen. Da Chris und ich nur etwa eine Stunde geschlafen haben, viel es uns nicht schwer einzuschlafen. Mit zwei Stopps erreichten wir am frühen Morgen Kairo. Als der Fahrer das Auto betankte durften wir uns noch einmal davon überzeugen in was für einem Betrügerstaat wir doch leben! Hier kostet ein Liter Benzin nur 1 Pfund. Das sind fast genau 50 Pf, sorry, 25 Cent. So viel könnte der Sprit bei uns auch kosten wenn unsere Regierung nicht so viel Zeit damit verschwenden würde sich selber schön zu reden. In Kairo angekommen suchten wir mit unserem einheimischen Führer Hassan gleich die sehr beeindruckende Zitadelle auf.
Dort gab es mehrere Moscheen die wir auch besuchten.
Das Polizeimuseum liessen wir aus, auch das Militärmuseum schauten wir uns nur von aussen an. Dort standen einige Flugzeuge, Panzer, Bomben und Torpedos. Fotos habe ich dort lieber keine gemacht. Nun ging es erstmal quer durch die City. Der pure Wahnsinn, ein deutscher Autofahrer wäre dort gnadenlos untergegangen. Wir fuhren an diversen Sehenswürdigkeiten und interessanten Gebäuden entlang bis wir am Kairo Tower ankamen. Ein Tipp an alle die nach Kairo fahren wollen, nimmt Unmengen an Kleingeld mit. Kairo ist ein super teures Pflaster. Vom Tower war die Aussicht leider nicht so gut. Es hatte am Vortag geregnet und eine dicke Dunst Wolke lag über der Stadt.
Chris hatte im 16. Stock leichte Probleme. Die Höhe setzte ihm ganz schön zu. Als wir dann im 14. Stock, im drehendem Restaurant, einen Drink und einen Kuchen zu uns nahmen war alles wieder in Ordnung. Als nächstes stand das Museum auf dem Plan. Sehr beeindruckend aber auch sehr teuer empfanden wir diese Überbleibsel vieler Dynastien. Alleine die paar Mumien haben zusätzlich 40 pro Nase gekostet und das ohne sie fotografieren zu dürfen. Die Maske von Tutti haben wir auf jeden Fall fotografiert!
Diverse andere Bilder.
Danach ging es erst einmal zum Mc. Am vorletzten Tag wollten wir nichts mehr riskieren. Bei den Pyramiden angekommen. Fielen die Egypts schon wieder über uns her. Alle wollten sie uns die Pyramiden zeigen und natürlich bagshish. Wir entschieden uns für Pferde und stiegen auf eine Kutsche auf. Es sah so aus als würden wir die Tour mit der Kutsche absolvieren doch das sollte sich im Nachhinein als ein Irrtum herausstellen.
Das Pferd dass die Kutsche zog hätte das eh nicht mehr geschafft fünf Leute , der Kutscher , sein Gehilfe, den Fahrer und uns beide einmal um die Steinhaufen zu ziehen. Die Kutsche war eigentlich nur für zwei Personen ausgelegt aber das interessiert hier sowieso niemanden. Nach hundert Metern war die fahrt vorbei und wir bekamen die eigentlichen Gefährte. Das waren richtige Pferde mit Sattel, vier Beinen, einem Schwanz und allem was halt so dran sein sollte. Und vor allem gross, richtig gross.
Der Meister der Teile erklärte uns die Lenkung, was sich eigentlich ganz einfach anhörte aber nicht sein sollte. Nun konnte der Trip erst richtig beginnen. Aber wo war nur das Gaspedal, wir konnten es nicht finden. Dabei hatten wir doch die Luxusausstattung. Die konnten sogar richtig pipi.
Der Antreiber gab uns zwei Bänder in die Hand, wir nutzten sie aber eher zum festhalten und nicht zum lenken. Nach diversen kleinen rennen, die uns fast unsere Unterhosen gekostet hätten kamen wir den Pyramiden immer näher.
Diese Bauklötze, ein Traum für jedes zerstörerische deutsche Kind, wuchsen und wuchsen. Wir machten ein paar Fotos und ritten weiter zur Sphinx.
Der Meister der Pferde hat zwischenzeitlich von einem Bullen der auf seinem Kamel blöd in der Wüste herumstand eine aufs Maul bekommen. Er sollte ihm, sagte er uns im Anschluss, eine paar Pfund abdrücken. Ja, so ist das Leben hier im Süden. Nach ein paar Metern wollte der Typ dann Kohle von uns. Zum Glück ist er nicht Handgreiflich geworden sonst hätten wir ihn wohl irgendwo verbuddelt. Wie hätten wir aber nur die zwei Vierbeiner Heim gebracht? Wir ritten dem Sonnenuntergang entgegen und sahen den Feuerball hinter den Pyramiden versinken. Beim Stall angekommen durften wir noch die ganze Familie des Pferde Quälers kennen lernen. Als wir endlich alle Hände geschüttelt hatten machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Das nächste Ziel sollte ein Mc D sein. Nicht um zu essen! Hassan wollte dort wieder zu uns stossen. Der Fahrer und ich nutzten die Gelegenheit und wir schauten uns die Seitenstrassen an. Weg vom lässtigen Grossstadtverkehr und Tourismus bot sich gleich ein anderes Bild. Die Armut und das Elend waren immer allgegenwärtig. Nur war es manchmal von bunten Fassaden verdeckt, so zusagen vor den Besuchern versteckt. Schon bald trafen wir Hassan und die Reise konnte weiter gehen. Unterwegs kauften wir noch diverse Gewürze und lokale Spezialitäten bis wir schliesslich Kairo verliessen. Chris liess sich bei seinem Schönheitsschlaf nicht stören.
Er wachte kurz auf als wir an Suez und dem berühmten Kanal vorbei fuhren. Nach langer Fahrt erreichten wir um 1 Uhr unser Hotel. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen dass wir Tot ins Bett gefallen sind.