Gestern Abend wurde es doch noch lustig. Nach der Sauna trafen wir
uns mit Hassan zum Abendessen. Chris ging es nicht so gut und er
verabschiedete sich. Da das Internet immer noch nicht ging bat ich
Hassan mir zu erklären wie ich das nächste Internet Cafe finde.
Er organisierte einen Fahrer und wir fuhren nach Downtown Safaga.
Die kleine urige Bar die wir erreichten hatte einen kleinen Nebenraum
mit zwei Win 98 PCs. Nach einigen Minuten schafften wir es eine Internet
Verbindung herzustellen und ich aktualisierte meine Site.
Er versuchte indes AIM (AOL Instant Messanger) zum laufen zu bekommen.
Anschliessend fuhren wir durch ein paar kleine Seitenstrassen (oder so
etwas Ähnliches) zu einer recht grossen Mosche. Auf deren Rückseite
war ein Hotel. Es machte den Anschein als wäre es zurzeit geschlossen.
Wir fuhren trotzdem auf den Hof. Auf dem Hinterhof ging es noch um ein paar
dunkle Ecken und in eine grosse Metalltür hinein. Dort sassen zwei Ägypter,
jeder eine mega Wasserpfeife und ein Holzkohletopf zwischen den Füssen.
Der Topf war so zu sagen die Heizung. Es gab nämlich keine in diesem Raum.
Ausserdem lieferte er glühende Kohle für die Pfeife. Dort gab es noch einen
grossen Tisch mit einem PC. Wir unterhielten uns ein bisschen und Hassan
spielte an dem PC. Es war lustiger Abend. So gegen 1 Uhr morgens fuhren wir
zurück zu unserem Hotel. Der Chris war noch wach und schaute TV.
Allerdings ging es ihm nicht so gut. Er hatte die Scheisserittis.
LUXOR
Um 5:30 Uhr klingelte schon wieder der Wecker. Unglaublicherweise wurde
ich gleich wach und verschwand in der Dusche. Kurz vor halb sieben waren wir,
wie vereinbart in der Lobby. Nach einem Kaffe kam auch schon der Kleinbus der uns
nach Luxor bringen sollte. Es hatte sich uns noch ein Gast angeschlossen.
Er war zum tauchen hier und es war sein letzter Tag in Ägypten.
Zu dritt stiegen wir in den Bus und fuhren erst einmal zu einer Polizeikaserne.
Der Weg nach Luxor führt durch die Wüste und ist nicht ganz ungefährlich.
Deswegen fuhren wir im Convoy. Natürlich mit Polizeischutz!
Das Autofahren in Ägypten ist echt kein Spass. Und jeder der weis wie ich Auto fahre,
kann sich ungefähr vorstellen wie es hier abgeht. Einbahnstrassen werden am
liebsten in der Gegenrichtung befahren und Licht schalten die hier auch nicht ein.
Auch nachts nicht. Ausserdem sollte ihnen jemand erklären was ein Convoy ist.
Denn jeder versuchte innerhalb des Convoy zu überholen.
Es spielte aber keine Rolle den vorne war die Polizei und die wurde selbstverständlich
nicht überholt. So wurde es wenigstens nicht langweilig. Nach etwas über
einer Stunde machten wir Rast. Die Fahrer kassierten dafür ein
kostenloses Frühstück und wir wurden, wie immer, übers Ohr gehauen.
Kurz nach zehn erreichten wir Luxor. Gleich zu Beginn trafen wir unseren Führer Samir.
Er zeigte uns erst ein paar kleine Sehenswürdigkeiten und anschliessend das Tal der Könige.
Er kennt sich bestens in Ägyptischer Geschichte aus und kann sogar die Inschriften und Malereien
übersetzen. Das Tal der Könige bietet leider nicht so viel Prunk wie wir es erhofft hatten.
Der Prunk steht in irgendwo (meist in Kairo) im Museum.
Habe mal ein schönes Grab für euch herausgesucht.
Das Fotografieren ist verboten, der Blitz schädigt die Farben.
Deswegen konnte ich nicht wirklich viel fotografieren. Die meisten Bilder
sind leider wegen der langen Belichtungszeit verwackelt. Das Tal ist nur ein
Stück Wüste mit ein paar Gräbern.
Danach besuchten wir noch einen Ramschladen. Dort war es immerhin um die hälfte
Billiger als direkt an den Gräbern. Ausserdem konnte man noch handeln.
Wenn man Glück hatte, so wie ich, sogar noch einmal um 50%.
Wir fanden auch gleich neue Freunde.
Danach fuhren wir zum Tempel der Hatschepsut. Samir meinte er sieht von Aussen
am besten aus und innen sei nichts Besonderes zu finden. Die Reiseführer
benutzen ihn gerne für eine Pause. Da es nichts zu zeigen gibt lassen sie die Touris
alleine rein. Wir schauten ihn nur von aussen an. Es ist das Ding in der Mitte vom Bild.
Absolut beeindruckend fand ich den Totentempel des Sethos. Sethos I. liess den Tempel
für sich und sein Vater Ramses I. bauen. Erst Ramses II. vollendete aber den Bau.
Wenn ich wieder zuhause bin werde ich alle Bilder in der Bildergalerie
verfügbar machen. Ihr müsst euch unbedingt die Bilder dieser Monströsen
Festung anschauen. Der Weg führte uns weiter zum Nil.
Diesen fuhren wir ein bisschen entlang um dann auf der anderen Seite
festzumachen und unser langersehntes Mittagessen zu geniessen.
Nach dem Essen wartete unser Minibus schon auf uns und wir fuhren ein
bissen durch die Innenstadt von Luxor. Es gab viel zu sehen.
Pferde, Esel, Drahtesel, Esel auf Drahtesel und noch anderes.
Am Luxor Tempel entlang führte uns der Weg schliesslich zum Karnak Tempel.
Später wurde es langsam dunkler und wir sollten Zeuge eines wunderschönen
Sonnenunterganges werden. So wie vor 4500 Jahren schon.
Auf dieser Karte sieht man ein bisschen wie der Tempel mal ausgesehen hat.
Ziemlich geschafft stiegen wir wieder in unseren Kleinbus und der Fahrer
brachte uns sicher wieder nach hause. Von der Fahrt haben wir alle drei
nicht viel mitbekommen.
Für mich war es ein unvergesslicher Tag.
Allerdings auch ein bisschen zu viel Input für einen Tag.
Wenn ihr mal herfahren solltet dann empfehle ich euch Samir als Führer.
Er macht es aus Leidenschaft, das merkt man.